Wir haben 121 Gäste online
22
Aug 11
Zuletzt aktualisiert am 22. September 2011

Süd-Chios

Süd-Chios PDF Drucken E-Mail

Eine der größten Attraktionen des Südens sind die mittelalterlichen Dörfer, die während des 14. und 15. Jhdts. erbaut wurden. Charakteristisch für ihre Architektur sind die schmalen Gassen, die alle zum Dorfplatz des Ortes führen, und ein Kirchturm, der im Zentrum in die Höhe ragt. Pirgi und Mesta sind die besten Beispiele für diese spezifische Architektur und mehr als nur einen kleinen Abstecher wert.

Das erste Dorf, das auf unserem Weg in Richtung Süden von größerem Interesse ist, ist Armolia, berühmt für seine Töpfereien. Hier befinden sich auch die Kirche der Panagia und die Kirche des Agios Dimitrios, die bekannt für ihre einzigartigen Ikonen aus dem Jahre 1744 ist. Westlich des Dorfes auf der Spitze eines Hügels stehen ein paar Reste der alten Apolyhna Burg, ein Fort aus der Zeit der genuesischen Besetzung. Es datiert wohl auf das Jahr 1446 zurück und wurde erbaut von Jeronimo Ioustiniani.

Wir fahren von Armolia aus in Richtung Südosten, lassen Kalamoti und Komi links liegen und erreichen am Ende der Straße die kleine Bucht von Emborio, wo wir einige Überreste eines alten Dorfes finden. Der Strand, der sich unweit von der Geisterstadt befindet, wird Mavra Volia (schwarze Steine) genannt. Warum? Seine Steine sind aufgrund des Vulkans Psaronas lange Jahre mit Lava bedeckt gewesen. Psaronas ist jedoch seit Jahrhunderten nicht mehr aktiv. Diese schwarzen Steine, zusammen mit herkömmlichen weißen, sind unverzichtbarer Bestandteil vieler Mosaike, von denen man in Chios Stadt einige schöne Beispiele zu sehen bekommt. Zu nennen sind die Bibliothek und die Kirche in Chios Stadt.

Auf dem Hügel Profitis Ilias stand einmal ein Tempel der Minerva aus dem 8. Jhdt. v. Chr.  Man kann Überreste im Archäologischen Museum von Chios besichtigen.

Wenn Sie sich tatsächlich dagegen entschieden haben, an diesem wundervollen Strand länger zu verweilen, kehren wir zur Hauptstraße zurück. Wir fahren ein Stück Richtung Norden und folgen der Beschilderung ins nahe Pirgi, das bemalte Dorf. Es ist aufgrund seiner Tradition und der Architektur eines der imposantesten mittelalterlichen Dörfer der Insel.  Kein Zweifel, dieses Dorf sollte man unbedingt gesehen haben. Es lädt geradezu zu einem kleinen Spaziergang ein. Dabei kann man in Ruhe die Skulpturen und verzierten Häuserwände bestaunen, besonders schön sind die der Altstadt. Dort lädt der malerische Dorfplatz auch gleich zum Verweilen und zum Genießen eines griechischen Kaffees unter blauem Himmel ein. Besonders empehlenswert ist Pirgi am 15. August, einem der beiden griechischen Nationalfeiertage. Dann ist in Pirgi eine Menge los: Auftritte folkloristischer Gruppen werden begleitet von einer Menge gutem Essen. Pirgi ist zudem bekannt für seine zahlreichen Kirchen, von denen eine besonders empfehlenswert ist:  Agioi Apostoli. Sie wurde im 12. Jhdt. erbaut und hat wunderschöne Fresken im Inneren.

Das nächste Dorf, etwa sechs Kilometer westlich von Pirgi, heißt Olympi und ist für das rechteckige Fort im Zentrum und die Kirche Agia Paraskevi bekannt.

Nicht weit von hier werden auch die Strandliebhaber auf ihre Kosten kommen. Die wunderschönen Strände von Kato Fana, Agia Dinami, Salagones und Potami sind nicht weit. In Kato Fana gibt es neben dem schönen Strand auch noch Überreste eines alten Tempels zu sehen. Dieser war dem Gott Apollon gewidmet und mitbegründete eine Winzerei, die berühmt für ihren Wein "faneos oinos" ist.

Folgen wir dem weiteren Verlauf der Straße gen Westen, kommen wir nach Mesta, wahrscheinlich das charakteristischte der mittelalterlichen Dörfer der Insel. Die Kirche des Taxiarchis aus dem Jahre 1833, der Turm von Militas, der Naturhafen, der in einer tiefen Bucht liegt, und die wunderschönen Strände Agia Irini und Lithi sind ein paar der Sehenswürdigkeiten, die in der Gegend liegen.

Auf dem Weg zurück zur Hauptstadt, nach einem köstlichen Mahl in einer der zahlreichen Tavernen, kommen wir an ein paar weiteren Dörfern vorbei.  Elata, Vessa und Agios Georgios Sykoussis. Besonders das letzte wurde so abenteuerlich auf dem Gipfel eines Berges erbaut, dass der Ausblick von dort atemberaubend ist.